
Oberliga oder Verbandsliga? Vor der Saison war das keine leichte Entscheidung. Beim Elternabend verkündete Trainerin Anna dann das Ergebnis samt Kampfansage: Wir spielen Verbandsliga und dort holen wir den Titel. Die Eltern nahmen es freundlich zur Kenntnis, so richtig überzeugt war aber kaum jemand. Titel? Na, mal sehen. Die Mädels sahen das offenbar anders.
Gleich der erste Heimspieltag brachte zwei 2:0-Siege. Am Ende standen 16 Spiele, davon 12 Siege, ein Unentschieden und nur drei Niederlagen. Die Mädels waren die ganze Saison über oben dabei. Die Tabellenspitze übernahmen sie am letzten Spieltag vor den Sommerferien und im September in Ulm, bei angenehm kühlen Temperaturen (der Hitzewochenende-Termin im Juni wurde zum Glück verlegt), gewannen sie souverän gegen den Zweit- und den Drittplatzierten.
Die Zitterpartie von Weinheim
Letzter Spieltag, zwei Spiele, mindestens drei Punkte nötig, beide Gegner aus dem unteren Tabellendrittel. Klingt nach Formsache. War es nicht. Gegen Merzhausen, die nur zu siebt angereist waren, waren die Mädels und mindestens ebenso die Eltern am Spielfeldrand so aufgeregt, dass das schlechteste Spiel der Saison herauskam. 0:0.
Also kam alles auf das letzte Spiel gegen Kickers 3 an, die das Hinspiel gegen uns noch gewonnen hatten. Und was passierte? Die Mädels waren wie ausgewechselt, keine Spur mehr zu sehen von der Nervosität des ersten Spiels. Spielzüge wie aus dem Lehrbuch, konsequentes Nachsetzen, schöne Torabschlüsse, Endstand 6:0. Besser kann man eine Meisterschaft nicht klarmachen.
Mehr als ein Team
Mit nach Weinheim gefahren sind auch die verletzten Spielerinnen Pauline und Leni H. Für die beschäftigungslose Torhüterin Vici hatte das einen angenehmen Nebeneffekt: Sie hatte am Tor endlich jemanden zur Unterhaltung. Vor allem aber zeigt es, was diese Mannschaft ausmacht. Hier kämpft jede für jede und alle haben miteinander Spaß. Die Trainingsbeteiligung von über 80 Prozent in der gesamten Saison spricht für sich.
Trainerin Anna bringt es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Mädels. Diesen Titel haben sie sich die Saison über wirklich verdient.“
Glückwunsch, Meisterinnen!

